6. März

2016 bis 2026: Zehn Veränderungen in 10 Jahren, auf die ich stolz bin

0  KOmmentare

Wenn ich auf die letzten zehn Jahre zurückblicke, fühlt es sich manchmal an, als hätte ich mehrere Leben gleichzeitig gelebt.

2016 war ich noch angestellt in einer Werbeagentur, nicht verheiratet, kinderlos, eher ein Workaholic und ehrlich gesagt ziemlich weit davon entfernt zu verstehen, wie sehr sich meine Sicht auf Arbeit, Erfolg, Mut, Selbstständigkeit, Beziehungen und mich selbst einmal verändern würde.

Die „#10YearChallenge“ auf Social Media hat mich deshalb zum Nachdenken gebracht. Denn wenn ich Fotos von damals mit heute vergleiche, sehe ich vielleicht ein paar mehr graue Haare, ein paar mehr Falten, ein paar mehr Rundungen – und mittlerweile trage ich meine Locken mit Stolz. 😉

Aber ich sehe vor allem die Veränderungen, die man von außen oft gar nicht direkt erkennt.

Die inneren. Wie sich mein Denken verändert hat.
Woran ich gewachsen bin.
Welche Menschen gegangen sind.
Und welche neu dazugekommen sind.

Und genau darum soll es in diesem Artikel gehen: Um die Veränderungen, auf die ich heute wirklich stolz bin. Vielleicht erkennst du dich an der einen oder anderen Stelle sogar selbst wieder.

Ich dachte lange, Veränderung wäre etwas Schlechtes

Lange Zeit dachte ich, mich zu verändern, wäre etwas Schlechtes. Meine erste große Liebe hat mal zu mir gesagt: „Maike, versprich mir bitte, dass du dich nicht veränderst.“

Natürlich konnte ich dieses Versprechen nicht halten. Mit 19…gerade meine Ausbildung angefangen, zum ersten Mal alleine in einer WG, raus aus der Kleinstadt rein in die Großstadt-Metropole Frankfurt am Main, ein komplett neues Leben. Und natürlich verändert man sich in so einer Zeit. Kurze Zeit später hat er sich von mir getrennt…

Und ich glaube, tief in mir hat sich damals etwas festgesetzt: Wenn ich mich verändere, neue Wege gehe, größer denke, dann verliere ich Menschen, die ich liebe. Also habe ich lange versucht, mich anzupassen statt aufzufallen. Nicht anecken. Nicht zu viel Raum einnehmen. Es möglichst allen Recht machen und mich so verhalten, dass sich alle wohlfühlen.

Mittlerweile weiß ich: Das ist nicht nur unglaublich anstrengend. Sondern ehrlich gesagt funktioniert es auch nicht egal wie sehr man sich anstrengt. Denn egal wie sehr du versuchst, es allen recht zu machen: Irgendwer wird immer etwas an dir auszusetzen haben oder über die Situation meckern.

Heute – mit Mitte 40 – sehe ich Veränderung komplett anders. Du darfst dich verändern.
Du darfst deine Meinung ändern.
Deine Ziele.
Deine Träume.
Dein Ansichten
Dein Leben
(und ja auch deinen Kleidungsstil ;-)) Du darfst dich neu erfinden und jemand werden der du noch nie warst – auch wenn das bedeutet, dass manche Menschen dich plötzlich nicht mehr verstehen oder nichts mehr mit dir zu tun haben möchten.

Und ganz ehrlich? Menschen, die sich von dir abwenden, weil du dich weiterentwickelst, waren vielleicht sowieso nie wirklich „your kind of people“. Denn während manche gehen, tauchen plötzlich andere auf. Menschen, die dich anfeuern. Die deine Veränderung feiern. Die sich nicht von deinem Licht geblendet fühlen – sondern davon inspiriert.

Und genau dafür bin ich heute unglaublich dankbar. 💜 Für all die Menschen, die ich erst kennenlernen konnte, WEIL ich irgendwann aufgehört habe, es immer nur anderen anstatt mir selbst recht zu machen.

Ich habe aufgehört, nur noch zu funktionieren

2016 war ich eigentlich schon seit über 15 Jahren in der Werbebranche unterwegs. Natürlich nicht durchgehend im gleichen Job. Ich habe seit 2000 meine Ausbildung gemacht, studiert, Praktika absolviert und war eigentlich immer im Marketing zuhause. Agenturleben. Dienstleistungsbranche. Deadlines. Pitches. Dauerstress. 200 E-Mails am Tag abarbeiten, ständig erreichbar sein, unbezahlte Überstunden und das Gefühl, immer funktionieren zu müssen.

Nach außen wirkte vieles ziemlich erfolgreich. Gute Positionen, spannende Projekte, internationales Umfeld.

Und trotzdem hatte ich oft das Gefühl, dass sich innerlich alles ständig wiederholt. Es hat mich nicht wirklich erfüllt. Ich habe im Grunde hauptsächlich großen Unternehmen dabei geholfen, noch erfolgreicher zu werden – während ich selbst immer erschöpfter wurde. Plus Wertschätzung = 0

Damals dachte ich lange: Wenn man erfolgreich sein will, muss man eben einfach mehr arbeiten. Und genau deshalb hatte ich riesige Angst vor der Selbstständigkeit. Weil ich „selbstständig“ immer mit „selbst und ständig“ verbunden habe. Und ehrlich gesagt habe ich damals sowieso nicht geglaubt, dass ich gut genug dafür wäre.

Irgendwo in meinem Hinterkopf dachte ich eher: „Irgendwann werde ich Mutter – und das wird dann mein Ausweg aus diesem Dauermodus.“

Spoiler: War es nicht. 😄

Denn Mutter werden verändert vieles – aber es nimmt einem nicht automatisch den Druck, den man sich selbst macht. Im Gegenteil. Erst als ich Mutter wurde, habe ich angefangen, vieles wirklich zu hinterfragen.

Wie viel meiner wertvollen Lebenszeit möchte ich eigentlich gegen Geld tauschen?
Was ist mir wirklich wichtig?
Warum hatte ich so lange das Gefühl, ständig produktiv sein zu müssen, um „genug“ zu sein
Und warum wurde Leistung für mich lange automatisch mit Selbstwert verbunden?

2016 habe ich mit meinem jetzigen Mann noch mitten in Düsseldorf gelebt und vorher über vier Jahre in London gearbeitet. Ich war komplett in dieser hippen, schnellen Arbeitswelt unterwegs.

Ende 2017 saß ich plötzlich in einer Doppelhaushälfte in einer Spielstraße in Neuss. Mit einem Baby, zum zweiten Mal schwanger, Markise, Wäschebergen – und einem komplett neuen Leben. Und dann ist meine Mutter noch schwer krank. Ihre Krebsdiagnose hat meine Sicht auf Zeit, Sicherheit und das berühmte „später irgendwann – ich hab ja noch Zeit“ komplett verändert.

Plötzlich war da dieses Gefühl: Wir haben eben nicht unendlich Zeit.
Nicht für Träume.
Nicht für Ziele.
Nicht für das Leben, das wir eigentlich führen möchten.

Und ich glaube, genau da habe ich zum ersten Mal wirklich verstanden:
Leben ist nicht irgendwann.
Nicht später. Nicht „erst wenn…die Kinder aus dem Gröbsten raus, sie aus dem Haus sind, wenn ich in Rente bin, wenn alles perfekt passt und mal mehr Ruhe ist…
Denn ehrlich gesagt gibt es keine echte Sicherheit oder den perfekten Zeitpunkt für Veränderung, für einen Neustart oder dafür, endlich das Leben zu leben, das man eigentlich wirklich führen möchte.

Es gibt nur das Hier und Jetzt. Heute. Und genau deshalb wollte ich irgendwann nicht mehr nur funktionieren oder darauf warten, dass „das echte Leben“ irgendwann anfängt.

Ich wollte etwas Sinnvolles tun. Etwas bewegen. Menschen empowern. Einen Unterschied machen. Und gleichzeitig Mutter sein. Ein Vorbild für meine Kinder. Ein Role Model dafür, dass man mutig neue Wege gehen darf – auch wenn sie nicht komplett sicher wirken. Und vielleicht war genau das der Moment, in dem sich mein Blick auf Arbeit, Erfolg und Selbstständigkeit langsam angefangen hat zu verändern.

Ich hätte früher nie gedacht, dass ich mich einmal selbstständig mache

Nach der Geburt meines Sohnes habe ich mich während der Elternzeit zur Doula-Geburtsbegleiterin weitergebildet.

Sowohl bei meiner ersten als auch bei meiner zweiten Geburt hatte ich selbst eine Doula an meiner Seite und ich glaube bis heute, dass das mit zu den krassesten Erfahrungen meines Lebens gehört. Ich hatte das große Glück, zwei wunderschöne, super schnelle und unkomplizierte Geburten erleben zu dürfen. Und in mir kam deshalb der Wunsch auf, genau dieses empowernde Gefühl weiterzugeben.

Andere Frauen zu bestärken. Ihnen Mut zu machen. Ihnen zu zeigen, wie wundervoll Geburt sein kann.

Also habe ich einfach angefangen. Ohne großen Businessplan. Ohne großartiges Konzept. Ohne zu wissen, wohin das Ganze eigentlich führen würde. Ich habe eine Website erstellt, einen Podcast gestartet und mich nebenberuflich selbstständig gemacht – nicht, weil ich unbedingt Unternehmerin werden wollte, sondern weil ich einen Unterschied machen und etwas Sinnvolles tun wollte.

Und ehrlich gesagt war ich dabei ziemlich naiv. 😄

Ich wollte Frauen helfen. Mehr nicht. Mir war damals überhaupt nicht bewusst, was es wirklich bedeutet, von einer Selbstständigkeit leben zu können. Dass ein Business nur dann langfristig anderen helfen kann, wenn es wirtschaftlich „funktioniert“. Und genau das wurde später eine der wichtigsten Erkenntnisse für mich.

In dieser Zeit habe ich aber auch etwas anderes erlebt: Ich habe plötzlich unglaublich viele inspirierende selbstständige Frauen kennengelernt. Unter anderem eine Dreifachmama mit einem extrem erfolgreichen Business, die mir zum ersten Mal gezeigt hat, dass Selbstständigkeit nicht automatisch „selbst und ständig“ bedeuten muss. Sondern Freiheit.

Zeitliche Flexibilität.
Selbstbestimmung.
Und die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wie man arbeiten und leben möchte.

Vorher hatte ich dafür ehrlich gesagt kaum weibliche Vorbilder.

In meiner Familie kannte ich Selbstständigkeit vor allem über meinen Opa und Vater – und dort bedeutete sie vor allem sehr viel Arbeit. Dass es auch anders gehen kann, war für mich komplett neu.

Und vielleicht war genau das der Moment, in dem ich zum ersten Mal verstanden habe: Es gibt tatsächlich einen Weg, etwas Sinnvolles zu tun, Menschen zu helfen, Geld zu verdienen UND gleichzeitig ein Leben zu führen so wie es sich für mich gut anfühlt.

Der Moment, in dem ich verstanden habe, dass ich nicht zurück möchte

Nach meiner zweiten Elternzeit war eigentlich geplant, dass ich zurück in meinen alten Job in der Agentur gehe. Zumindest dachte ich lange das dies eine Option.

Schließlich hatte ich über 15 Jahre in der Werbebranche gearbeitet. Ich kannte dieses Leben. Deadlines, Druck, funktionieren, ständig erreichbar sein. Und es gab auch durchaus Dinge die mir viel Spaß gemacht haben. Und ein Teil von mir dachte damals immer noch: „Das ist halt die sichere Variante.“

Als dann jedoch die Gespräche über meinen Wiedereinstieg begannen, habe ich plötzlich gemerkt, wie sehr ich mich verändert hatte. Mir wurde damals ziemlich deutlich vermittelt, dass ich eigentlich dankbar sein könne, überhaupt in Teilzeit zurückkommen zu dürfen.

Obwohl ich vor meiner Elternzeit Teamverantwortung hatte sollte ich plötzlich deutlich unter meiner vorherigen Position arbeiten.

Weniger Verantwortung.
Weniger Flexibilität.
Mehr Pendeln.
Und vor allem:
Null Wertschätzung.

Und ich weiß noch, dass ich irgendwann dachte: Warum fühlt sich etwas, das eigentlich „Sicherheit“ sein soll, innerlich so schlecht an?

Vielleicht auch, weil ich mich in der Zeit selbst längst weiterentwickelt hatte. Ich hatte mich weitergebildet, meine eigene Website aufgebaut, einen Podcast gestartet, Frauen begleitet und plötzlich gemerkt, wie viel mehr in mir steckt. Während man mir dort eher das Gefühl gab, ich müsste erst einmal beweisen, dass ich nach zwei Kindern überhaupt noch leistungsfähig genug bin und was auf dem Kasten habe.

Und ehrlich? Das war wahrscheinlich einer der ersten Momente in meinem Leben, in denen ich wirklich verstanden habe, wie wichtig Wertschätzung für mich ist.

Ich habe keine Angst vor viel Arbeit.
Wirklich nicht.

Aber ich möchte nicht für und mit Menschen arbeiten, die meine Zeit, meine Energie oder meine Kompetenz nicht wertschätzen.

Die Zeit unseres Lebens ist dafür einfach zu kostbar. Und genau da habe ich verstanden:
Ich möchte nicht zurück.

Nicht in dieses alte System. Nicht in dieses ständige Funktionieren. Nicht in dieses Gefühl, sich immer beweisen zu müssen.

Natürlich hatte ich Angst. Ich war Mutter von zwei kleinen Kindern. Und ich wusste auch, dass ich diesen Schritt ohne die Unterstützung meines Mannes und meiner Eltern wahrscheinlich niemals so hätte gehen können.

Aber gleichzeitig wusste ich plötzlich auch etwas anderes ganz sicher:

Ich wollte mir ein Leben aufbauen, das sich wirklich nach meinem anfühlt. Nicht irgendwann. Jetzt.

Durch ein gefördertes Gründercoaching und den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit hatte ich damals die Chance, meine Selbstständigkeit komplett neu aufzubauen – diesmal nicht nur mit dem Wunsch zu helfen, sondern mit dem klaren Ziel, davon auch wirklich leben zu können.

Und genau das hat alles verändert. Denn plötzlich ging es nicht mehr nur darum, „etwas Schönes“ nebenbei zu machen. Sondern darum, ein nachhaltiges Business aufzubauen, das Freiheit, Sinn, Familie und finanzielle Unabhängigkeit miteinander verbindet.

Heute bin ich unglaublich stolz auf mich, dass ich den Mut hatte diesen Schritt zu gehen.

Nicht nur wegen der Selbstständigkeit selbst. Sondern weil ich heute andere Frauen genau bei diesem Schritt begleiten darf. Frauen Mut machen darf. Ihnen zeigen darf, dass es möglich ist, sich ein eigenes Leben und Business aufzubauen – ohne sich dafür zwischen Erfolg, Familie oder Freiheit entscheiden zu müssen.


Keywords


Was dir auch gefallen könnte:

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published. Required fields are marked

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}